Die digitale Revolution frisst ihre Kinder

Die digitale Revolution frisst ihre Kinder

Geld und Liebe 2 min. Lesezeit

Die digitale Revolution steht erst an ihrem Beginn und schon jetzt hat sich die Art und Weise wie Menschen miteinander umgehen extrem geändert. Sie ziehen sich immer mehr aus direkten menschlichen Beziehungen zurück und gehen stattdessen intensive Beziehungen mit ihren Tablets und Smartphones ein. Mit ihnen verbringen sie mehr Zeit als mit ihrer Familie und ihren Freunden.

Der Keim zu diesem völlig veränderten Verhalten wird heute schon in frühester Kindheit gelegt, schon kleinsten Kindern drückt man Handys in die Händchen um sie zu beschäftigen und abzulenken. Ich denke, dass schon jeder ähnliche Szenen beobachten konnte:

„Digitaler“ Cafébesuch mit Kleinkind

In ein Café kommt eine Mutter mit Kinderwagen herein. Das Kind kann gerade einmal sitzen. Ich schätze es auf neun Monate. Die Mutter holt sich einen Cappuccino, drückt dem Baby ein Smartphone in die Hand, zieht ihr eigenes Handy aus der Tasche und beginnt zu telefonieren.

Urlaub Toskana 2017: Kind wird mit Smartphone „stillgestellt“

Digitale Süchte: Appst Du schon oder lebst Du noch? | Dr. Gisela Kaiser

Immer mehr Menschen verabschieden sich heute aus realen Beziehungen und gehen stattdessen enge Bindungen mit ihren Laptops, Tablets und Smartphones ein.

giselakaiser.de

Abendessen auf der Terrasse eines wunderschön gelegenen Hotels mit Blick über die im Abendlicht zart verschwimmenden Hügel. Am Nebentisch eine junge englische Familie mit Ben, ihrem vierjährigen Sohn. Die Eltern unterhalten sich über berufliche Herausforderungen. Aus dem Gespräch, das so laut geführt wird, dass ich es ungewollt mithören muss, ergibt sich, dass beide Anwälte sind.

Ben will aufstehen und mit dem Handy herumgehen. „Nein, Ben, du darfst den Film nur am Tisch anschauen.“ Ben springt daraufhin auf und ruft laut: „Der Mond, der Mond, schaut wie schön.“ Seine Eltern gehen kurz auf seine Bemerkung ein, dann stellen sie wiederum das Handy vor ihm auf.

Umschlag: Digitale Süchte: Appst Du schon oder lebst Du noch?

Immer wieder will der kleine Ben mit seinen Eltern kommunizieren, er zeigt auf den Hund, er zeigt auf die Bäume, er zeigt in den Himmel. Aber sie schieben ihm immer wieder das Smartphone hin. Sie reagieren ungehalten. Sie fühlen sich ganz offensichtlich von ihrem Sohn gestört.

Die Folgen der permanenten Nutzung von Smartphones schildere ich in meinem Buch, dabei geht es um viele Aspekte aber auch um die Frage wie man von einem Gegenstand abhängig werden kann.

Die Folgen der permanenten Nutzung von Smartphones schon von Kleinkindern beschreibe ich in meinem Buch „Digitale Süchte“

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